Auweia. Es steht nicht gut um das „starke Geschlecht“. Die Mädels nehmen ihm in rasanter Geschwindigkeit die Butter vom Brot, so in diversen Magazinen wie Spiegel, Focus und Eltern beklagt. Schulversagen, Aufmerksamkeitsdefizit, soziale Inkompetenz, Gewaltbereitschaft – die Mängelliste ist lang, und sie setzt sich im Mannesalter fort: Männer sind, zumindest in Deutschland, nicht nur häufiger übergewichtig als Frauen, sie kommen auch schlechter mit Trennungen klar und neigen zu infantiler Selbstüberschätzung und schlechten Actionfilmen. Und zuhören können sie, so will es die Legende, sowieso nicht.
Was zum Henker ist los mit den Kerlen? Züchtet die sogenannte Emanzipation neue Generationen defizitärer männlicher Wesen heran? Schon im im weit entfernten Jahre 2003 titelte das Geo-Magazin: „Jungs: Werden sie die Sorgenkinder unserer Gesellschaft?“ Bücher wie „Die Jungenkatastrophe“ schieben die Misere auf die Übermacht weiblicher Bezugspersonen in Familie, Kindergarten und Grundschule oder, anders ausgedrückt: auf die Abwesenheit von männlichen Vorbildern, mit der kleine Jungs aufwachsen. Mit anderen Worten, liebe Männer, die Krise ist selbstgebacken. Wo the hell steckt ihr, wenn es um die gute alte Vermittlung von Werten und sozialer Kompetenz geht? Hier wäre wohl ein bißchen Prioritätenverschiebung angesagt. Oder ist etwa die böse Gesellschaft schuld, die den Männern zu viel Geld zahlt (jedenfalls nach wie vor mehr als den Frauen) und sie so von der wertvollen „Erziehungsarbeit“ fernhält?
Fest steht, dass sich die öffentliche Aufmerksamkeit von den jahrelang als unterdrückt und förderbedürftig geltenden Mädels abgewendet hat und stattdessen die zu kurz gekommenen Jungs unter die Lupe nimmt. Und die von Feminismus und Rollenverschiebungen zutiefst verunsicherten zarten Männerseelen. Und das ist im Zuge ausgleichender Gerechtigkeit nur zu begrüßen, oder?
Als Trostpflaster für große und kleine Jungs sei an dieser Stelle eine kleine Veranschaulichung weiblicher Inkompetenz eingefügt. Lasst euch nicht unterkriegen!